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Therapie KinderTherapie Kinder 

Folgende STÖRUNGSGEBIETE werden von mir behandelt:

 

Sprachstörungen

Sprachentwicklungsstörung (SES/SSES)

Kindlicher Dysgrammatismus

Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

 

Sprechstörungen

Aussprachestörungen (Dyslalie)

Störung des Redeflusses

 

Stimmstörung

Kindliche, juvenile Dysphonien / Schreiknötchen

Rhinophonie (Näseln)

 

Schluckstörungen

Störung des orofazialen Muskelgleichgewichts /Myofunktionelle Störung

Kindliche Schluckstörungen

 

 

Sprachstörungen

Sprachstörungen bei Kindern basieren auf Störungen des Spracherwerbsprozesses. Sie können alle Bereiche des Sprachsystems betreffen: Lautsystem/Aussprache (Phonetik/Phonologie), Wortschatz (Semantik/Lexikon), Grammatik/Satzbau (Morphologie/Syntax) und allgemein die Kommunikationsfähigkeit (Pragmatik). Störungen zeigen sich sowohl beim Verstehen und Sprechen als auch in der Entwicklung von schriftsprachlichen Fähigkeiten, d.h. in allen expressiven und rezeptiven Modalitäten. Eine HNO-Untersuchung wäre sehr zu empfehlen, um mögliche Probleme des Gehörs auszuschließen.


Mögliche Ursachen

  • Hörstörungen 
  • Häufige Infektionen des Mittelohrs
  • Wahrnehmungsstörungen/besonders Hörwahrnehmungsstörungen
  • Fehlbildung oder zu geringe Muskelspannung der Sprechorgane
  • Allgemeine Entwicklungsverzögerungen
  • Mangelnde Sprachanregung/erbliche Sprachschwäche
  • Geistige, körperliche Behinderungen
    u.a. eine eingeschränkte Sensibilität für formale Aspekte (=mangelndes Sprachgefühl)


Manchmal handelt es sich nicht um eine Ursache, sondern um ein multifaktorielles Gefüge. In manchen Fällen ist auch keine der möglichen Ursachen für die Sprachstörung zu diagnostizieren. Beginnen Sie in jedem Fall nach Abklärung durch den Kinder- oder HNO-Arzt eine logopädische Therapie, wenn auch ohne erkennbare Ursache eine Sprachstörung bei Ihrem Kind vorliegt.

 

1) Sprachentwicklungsstörung (SES/SSES)

Als „Late Talker“ werden Kinder bezeichnet, deren produktiver Wortschatz im Alter von 24 Monaten kleiner als 50 Wörter ist und/oder keine Wortkombinationen äußern. Ca. 35-50% der Kinder holen den Entwicklungsrückstand bis zum 3. Lebensjahr auf (sog. „Late Bloomers“). Bei Kindern, die den sprachlichen Rückstand bis zum 36. Lebensmonat nicht aufgeholt haben, manifestiert sich eine Spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) mit bleibenden Problemen auf verschiedenen sprachlichen Ebenen, insbesondere im Bereich der Grammatik, aber auch in der Semantik, im Lexikon (Wortschatz) und der Phonologie. Im Schulalter können auch noch schriftsprachliche Leistungen betroffen sein.

 

Altersangaben

Alter

Wortschatz

Ca. 1 Jahr

Erste Wörter, Silben-
verdoppelungen, "Papa,
Mama ";
Babysprache

1 ½ Jahre

Einzelne Wörter, z.B.:
"wauwau, Ball, ...

Ca. 2 Jahre

bis zu 50 Wörter, primär
Nomen sowie erste Verben
und Adjektive

2 ½ Jahre

Wortschatz wird weiter stark ausgebaut, Wortneuschöpfungen,
erster Gebrauch von "ich"

3 Jahre

Starke Zunahme des Wortschatzes

4 Jahre

Wortschatz nimmt weiterhin stark zu
( u.a. Farben und Pronomen )

6 Jahre

Wortschatz groß genug zum differenzierten Ausdruck. Abstrakte Begriffe werden kindgemäß sicher verwendet

 

Therapie

  • HOT
  • Zollinger-Therapie

 

2) Kindlicher Dysgrammatismus

Unter einer Störung des kindlichen Grammatikerwerbs versteht man Einschränkungen im Erwerb und in der Anwendung formaler sprachlicher Strukturen, d. h. im Bereich der syntaktischen und morphologischen Regularitäten der Zielsprache.

 

Altersangaben

Alter

Satzbau

Ca. 1 Jahr

Einwortsätze
( mit unterschiedlicher Betonung )

Ca. 2 Jahren

1. Fragealter ( mit Satzmelodie )
Zwei- und Dreiwortsätze, die jedoch
grammatikalisch noch nicht richtig sind

Ca. 2 ½ Jahren

Mehrwortsätze ( Anstieg ), Endungen von
Nomen und Verben sind aber noch nicht richtig

Ca. 3 Jahre

2. Fragealter ( wer, wie, was, warum,...)
Einfache Sätze und erste Nebensatzbildungen

Ca. 4 Jahre

Bildung längerer Sätze, schwierige Konstruktionen sind teilweise noch nicht normgerecht. Nebensätze .
Manchmal entwicklungsbedingtes „Stottern“

Ca. 6 Jahre

Die Grammatik wird gut beherrscht und Gedankengänge können beschrieben werden (mehrere Zeit- und Pluralformen). Nacherzählen/ Berichten von Erlebnissen und Geschichten.

 

Therapie

  • PLAN
  • H.-J. Motsch

 

3) Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Die Begrifflichkeiten Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und Legasthenie werden in Deutschland synonym verwendet. Es handelt sich dabei um eine Teilleistungsstörung, d. h., die Schwierigkeiten zeigen sich nur in den Bereichen Lesen und/oder Schreiben. Häufig gibt es schon im Vorschulalter Auffälligkeiten, die sich erst im Schulalter als LRS herausbilden. Anzeichen einer LRS können u. a. sein: Buchstabenvertauschungen, -auslassungen und -umstellungen; Probleme beim Abschreiben oder Diktat; erschwertes Lesenlernen, fehlendes Lesesinnverständnis, Ratestrategien, überdurchschnittliche Dauer bei der Erledigung von Schreibaufgaben.

 

Mögliche Ursachen

  • Verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung , Sprachstörungen
  • Grob- oder feinmotorische Schwächen
  • Schulische Bedingungen und Lehrmethoden
  • Familiäre Situation und der Umgang mit sekundären Symptomen  
    (Frustration, mangelndes Selbstvertrauen, motorische Unruhe u.a.)
  • Genetische Faktoren
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Sehschäden
  • Hörschäden
  • Unterdurchschnittliche Intelligenz

 

Wichtig

Damit Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche so früh wie möglich gefördert werden können, sollten Risikokinder bereits im Vorschulalter genau beobachtet werden. Beginnt beispielsweise das Kind erst sehr spät zu sprechen und/oder hat es häufiger Mittelohrentzündungen (Einschränkungen des Hörvermögens), kann dies zu einer Lese-Rechtschreib-Schwäche führen. Vermuten Sie als Eltern eine LRS bei Ihrem Kind, sollte die Diagnose von einer Fachkraft (beispielsweise durch Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, durch Diplom-Psychologen oder Kinder- und Jugendpsychotherapeuten) gestellt werden. Wird die Vermutung bestätigt, sollte die Schule darüber informiert werden und eine enge Kooperation zwischen Eltern, Fachkraft und Lehrer angestrebt werden, um das Kind nach Möglichkeiten im Unterricht und außerhalb des Unterrichtes zu fördern.


Therapie

  • Motivation
  • Lesetraining
  • Übungen zur Verbesserung der auditiven Merkfähigkeit

 

Sprechstörungen

Sprechstörungen bei Kindern treten häufig im Rahmen von Entwicklungsverzögerungen, -störungen oder Behinderungen auf. Es handelt sich dabei um zentrale oder peripher bedingte motorische Störungen der ausführenden Sprechorgane. Eine HNO- Untersuchung wäre sehr zu empfehlen, um mögliche Probleme des Gehörs auszuschließen.

 

1) Aussprachestörungen (Dyslalie)

Der Begriff „Dyslalie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „eine Einschränkung in der sprachlichen Fähigkeit“. Die Aussprache des Kindes ist gekennzeichnet durch falsch gebildete Laute, Lautauslassungen und/oder Lautersetzungen.


Einteilungen
Klassifikation von Aussprachestörungen nach Dodd (in Fox, 2008)

  • Artikulations-/Phonetische Störung

Das Kind spricht zwar den Laut, zeigt aber ein falsches Lautbildungsmuster.
Der [s] Laut wird z. B. mit falscher Zungenposition gesprochen: „Lispeln“
Die Zunge kann dabei addental (gegen die Zähne), interdental (zwischen die Zähne)
oder lateral (seitlich an die Zähne) drücken.
Ebenso kann es den [sch]-Laut oder mehrere Laute auf einmal betreffen. Grund hierfür könnte sein, dass innerhalb der Familie bereits Artikulationsstörungen aufgetreten sind oder das Kind ein myofunktionelles Problem (z. B. eine Zungenschwäche,…) hat.

  • Verzögerte phonologische Entwicklung

Das Kind lernt mindestens einen Laut nicht innerhalb des für ihn vorgesehenen chronologischen Alters. Die Verzögerung kann hierbei 6 Monate oder mehr betreffen. Grund hierfür kann eine sogenannte „Entwicklungsbremse“ wie eine psychische Belastung oder eine Hörstörung sein.

  • Konsequente Phonologische Störung

Das Kind zeigt mindestens einen Prozess innerhalb der Artikulation, der nicht in der normalen Entwicklung vorkommt. Grund hierfür könnte eine familiäre Sprachschwäche sein, wobei die genetische Disposition nicht nachgewiesen werden kann.

  • Inkonsequente Phonologische Störung

Ein Kind produziert bei dreimaliger Wiederholung von 25 festgelegten Wörtern mindestens 40% inkonsequent, also auf verschiedene Arten. Grund hierfür könnten prä- und perinatale Komplikationen sein.  

 

Lauterwerbstabelle

Alter:

Laute:                        

Lautverbindungen:

O Monate:

Schreien, gurren

 

2 Monate:

Beginn der 1. Lallphase                                               (Gurgel- und Sprudellaute von taktilen Reizen im Mund gesteuert)

 

4 Monate:

Schmatz- und Zischlaute, Vokallaute, erste Silben

 

6 Monate:

Beginn der 2. Lallphase
(vom Hören gesteuert. Silbenketten: baba…)

 

ca. 1 Jahr:                 

Lallen, große Vielfalt an Lauten

 

ca. 1 ½ Jahre:

[p], [b], [m], [n]

 

2,0 – 2,11 Jahre:

[w], [f], [t], [d], [l], [k], [g]

 

3,0 – 3,5 Jahre:  

[j], [ng], [r]                    

[pf], [fr], [kl]

3,6 -  3,11 Jahre:

 

[bl], [br], [fl], [gl], [gr]

4,0 – 4,5 Jahre:

[ch]                    

[dr], [tr], [kr], [kn], [kv], [schl], [schm], [schn], [schr], [schp]

4,6 – 4,11 Jahre:

[sch],[s] und [z]

[schpr], [schtr]

ca. 6 Jahre:

Beherrschen aller Laute

 

               
Die Altersangaben schwanken je nach Quelle und Autor.
Wichtig ist aber, dass die Laute bis zum ca. 6. Lebensjahr erworben sein sollten.

 

Mögliche Ursachen

Organisch bedingte Aussprachestörungen

  • Kindliche Dysarthrophonien (Zerebralparese, Muskeldystrophien)
  • Audiogene Aussprachestörungen (Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit)
  • Kraniofaziale Anomalien (Spaltbildungen, Pierre-Robin-Syndrom)
  • Syndrome/geistige Behinderungen

Funktionell bedingte Aussprachestörungen

  • chronische HNO-Erkrankung
  • Bewegungsmuster sind nicht richtig ausgebildet
  • Störungen in der auditiven Diskrimination
  • Störungen im phonologischen Erkennen
  • Störungen in der Phonologischen Repräsentation

 

Therapie

Zeigt das Kind eines der unter „Einteilungen“ aufgeführten Auffälligkeiten, ist eine logopädische Therapie erforderlich. Lediglich in der verzögerten phonologischen Entwicklung gibt es Chancen, dass die Auffälligkeiten von selbst überwunden werden können. Bildet das Kind einen oder mehrere Laute „entstellt“ (Artikulation/ Phonetische Störung), so ist die Therapie meist erst ab dem 5. Lebensjahr oder sogar nach dem Zahnwechsel sinnvoll. Sowohl die verzögerte phonologische Entwicklung, als auch die Konsequente- und Inkonsequente Phonologische Störung sollten vor dem Schuleintritt behoben sein, da sich daraus möglicherweise u.a. eine LRS entwickeln könnte.


Therapiemethoden

  • Psycholinguistisch orientierte Phonologietherapie nach A. V. Fox (P.O.P.T.)

 

Auf folgenden Gebieten wird therapiert:

  • Mundmotorik
  • Auditive Wahrnehmung
  • Artikulation (Anbahnung und Festigung auf Laut-, Silben-, Wort-, Satz-, und Spontansprachebene)

 

2) Störung des Redeflusses (Stottern /Poltern)

 

Die Aussprache des Kindes ist gekennzeichnet durch auffallende Artikulationsgenauigkeit und -geschwindigkeit und/oder durch Störungen im Sprechablauf.
Innerhalb der Stottertherapie gibt es verschiedene Therapiemethoden, die mehr oder weniger direkt am Stotterproblem ansetzen und je nachdem unterschiedlich stark konfrontativ sind. Ich persönlich habe mich aufgrund meines Unterrichts innerhalb der Ausbildung und einer weiteren Fortbildung für die Therapiemethode von Sandrieser/Schneider „MINI KIDS und KIDS“ entschieden. Sie zählt zu den direkten Therapiemethoden und setzt somit direkt am eigentlichen Problem, dem Stottern an. Eine Einführung verschiedener Sprechtechniken und die Konfrontation mit dem eigenen Stottern könnten für manche Patienten aber als Nachteil gesehen werden. Mit einer telefonischen oder persönlichen Beratung würde ich Ihnen gerne mehr Auskunft dazu geben und Ihnen dabei helfen, die passende Therapiemethode zu finden.  
Weitere Informationen zum Thema Stottern und Poltern können Sie unter der Rubrik "Erwachsenen-Therapie/Sprechstörungen" nachlesen.

 

Stimmstörung

 

1) Kindliche, juvenile Dysphonien / Schreiknötchen

Kindliche Stimmstörungen treten im Vorschul- bis Grundschulalter auf. Die Kinder zeigen hauptsächlich Symptome einer hyperfunktionellen Dysphonie (=Stimmstörung aufgrund eines zu hohen Kraftaufwands beim Sprechen) und Stimmlippenknötchen. Das Hauptsymptom ist die Heiserkeit, die Kinder klagen oft über Halsschmerzen, sind teilweise aphon (tonlos). Weitere Symptome können  Haltungs- und Atemfehler, pathologische Stimmeinsätze, Über- oder Unterschreitung der mittleren Sprechstimmlage, Artikulationsverlagerungen, subjektive Stimmbeschwerden und/oder Fehlspannungen der mimischen, Hals- und Atmungsmuskulatur sein.

 

Mögliche Ursachen

  • Meist multifaktoriell
  • Häufig im sozialen Umfeld zu suchen

Therapie

  • Entspannungs- und Haltungsübungen
  • Schulung der Eigenwahrnehmung
  • Regulierung der Atmung
  • Normalisierung der Sprechstimmlage und Lautstärke mit Stimmübungen
  • Stimmhygienische Aspekte: Das Kind soll den richtigen Umgang mit der Stimme lernen

Weitere Informationen zur Stimmstörung finden Sie unter der Rubrik Erwachsenen-Therapie/Stimmstörungen.

 

 

2) Rhinophonie (Näseln)

Eine Nasalitätsstörung zeigt sich in einer akustisch hörbaren Abweichung des Stimmklangs beim Sprechen.
Je nach Art des Näselns klingt die Aussprache „unphysiologisch“.

 

Mögliche Ursachen

Organische Ursachen

  • Beeinträchtigung des Velums

Gaumensegelfehlbildung: Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, submuköse GS, verkürztes GS
Gaumensegeldefekt: Nach Tonsillektomie, Tumor-OP bei Karzinom
Gaumensegellähmung (peripher/zentral)

  • Verletzungen
  • Tumore
  • Septumdeviationen
  • Nasenmuschelhyperplasie
  • Seltene Erkrankungen: Muskeldysthrophie (Muskelschwund), Myasthenia gravis (Autoimmunerkr.)

Funktionelle Ursachen

  • Psychische Ursachen
  • Myofunktionelle Störung
  • Nachahmung
  • Schonhaltung nach einer OP (nach Tonsillektomie, Adenotomie,..)
  • ggf. Gehörlosigkeit

 

Einteilungen (Klassifikation nach ICD-10)

  • Rhinophonia clausa  = „geschlossenes Näseln“
  • Rhinophonia aperta  = „offenes Näseln“
  • Rinophonia mixta     = „gemischtes Näseln“

Die Rhinophonia mixta ist durch eine mangelhafte Beweglichkeit des Velum palatinum bedingt.
Diese Unbeweglichkeit führt zu Insuffizienzen in der Öffnung und Schließung des Nasopharynx, sodass die Luftsäule in diesem bei der Sprachproduktion generell mitschwingt.

 

Therapie

  • OP (Verschluss der Spaltbildung, Septumplastik, Velopharyngoplastik…)
  • Therapieverfahren zur Korrektur der pathologischen Luftstromlenkung
  • Gaumensegelübungen

 

Schluckstörungen

Man unterscheidet die Störung der Nahrungsaufnahme (Dysphagie) von der isolierten funktionellen Störung der orofazialen Muskulatur (Myofunktionelle Störung).

 

1) Störung des orofazialen
Muskelgleichgewichts /Myofunktionelle Störung

Orofaziale Störungen sind Muskelgleichgewichtsstörungen im Mund- und Gesichtsbereich und verursachen häufig Schluckstörungen von funktioneller oder organischer Art. Diese Störungsform ist häufig mit Zahn- und Kieferfehlstellungen verbunden.

 

Mögliche Ursachen

  • Organische Ursachen
  • Genetische Einflüsse
  • Frühgeburt (Geburtsgewicht < 1500 g)
  • Entwicklungsverzögerung
  • Adenoide Wucherungen
  • Tonsillenhyperplasien
  • Septumdeviationen
  • Allergien
  • Chronische Erkältungen
  • Makroglossie (Vergrößerung der Zunge)
  • Ankyloglossie (Verwachsung der Zunge mit dem Mundboden)
  • Skelettale Anomalien (LKGS-Fehlbildungen)
  • Zerebrale/periphere Bewegungsstörungen
  • Syndromerkrankungen

 

Funktionelle Ursachen

  • Fehler/Probleme in der Säuglingsernährung
  • Mundatmung
  • Habits
  • Störungen der oralen Wahrnehmung

 

Psychogene Ursachen

  • Stressbelastung
  • Ängste nach OPs oder Sondenernährung
  • Arztneimittel

 

Therapie

  • Ruhelageübungen
  • Muskelübungen
  • Schluckübungen (nach dem Kittel-Konzept)
  • Ganzkörperarbeit

 

2) Kindliche Schluckstörungen

Hierzu zählen sowohl Mund-, Ess-, Trink- und Fütterstörungen im früheren aber auch späteren Kindesalter sowie Störungen in der Interaktion zwischen Eltern und Kind, die zu einer Nahrungsverweigerung führen können.

 

Mögliche Ursachen

  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten
  • Schluckbehinderungen durch zu große Gaumenmandeln (= Tonsillenhyperplasie)
  • Bewegungsstörungen/Motilitätsstörungen des gesamten Körpers
  • Missbildungssyndromen
  • Neurologische Erkrankung (ZNS, PNS, Muskeln, nach Tumoroperationen, etc.)

Therapie

  • OP
  • Mundschluss (u.a. zur Speichelflusskontrolle)
  • Ruhelageübung
  • Muskelübung
  • Schluckübung
  • Ganzkörperarbeit (Haltung/Tonusregulierung)
  • Möglicherweise Abbau von bestehenden Reflexen (Normalisierung der orofazialen Sensibilität)